Ich hatte ein Date und was machen die öffentlichen Verkehrsmittel, die mich dort hin befördern sollten? Sich verspäten. Genau. Da blieb klein Elidea nichts anderes übrig als Schwarz zu fahren, indem sie einfach in den nächstbesten ICE setzte um noch halbwegs rechtzeitig in Köln zu sein.
Punkt 19:30 Uhr war ich dann glücklicherweise vom Taxi zum Restaurant gebracht worden. Wie ich erfuhr, war meine Verabredung gerade im Gastraum verschwunden.
Auf meine eigene Reise in die tiefen Abgründe des blinden Blind-Date musste ich dann auch nicht lange warten.
Dunkelheit. Tiefste Dunkelheit. Ich wurde von unserem persönlichen Kellner zum Tisch begleitet und mit der Umgebung vertraut gemacht. Dann saß ich endlich am Tisch Nouniouce gegenüber. Das wars. Erstmal.
Ich blieb nach einer holprigen Begrüßung erstmal still. Ich war verblüfft. Es war dunkel. Dunkler als Stockdunkel. Kennt ihr das, wenn ihr nachts im Bett liegt und an die Decke starrt? Da könnt ihr die Decke immer noch sehen, obwohl das Licht aus ist. In der UnsichtBar war es so dunkel als würde man die ganze Zeit die Augen zu halten. Man sah nichts außer Schwärze.
Und es war laut.
Zum ersten mal bei einem Treffen fing ich nicht sofort an zu plappern. Stattdessen blieb ich still. Ich ließ die Atmosphäre auf mich wirken. Die Lautstärke, das Nichts.
Und dann haben wir uns endlich unterhalten, neben der stillen Momenten, wo man sich mit dem Essen arrangieren musste. Das Essen war gut. Die Kresse von dem “Gruß der Küche”. Man schmeckte die Kräuter beim Salat raus. Die Pfifferlinge von den Spaghetti.
Allerdings war das Beste das Dessert. Ich löffelte mir zunächst irgendeine warme nach Mandel schmeckende dicke Flüssigkeit in den Mund. Der zweite Löffel brachte das selbe mit Sahne. Und es schmeckte fantastisch. Unheimlich lecker. Dann nahm ich noch einen Löffel von dem nicht definierbarem Etwas und ließ schockiert den Mund geschlossen. Statt dem erwarteten, bereits bekanntem Warmen hat sich blitzschnell Eiseskälte in meinem Mund ausgebreitet. Vanille-mandel-Eiscreme. Nicht nur ein Geschmackserlebnis, sondern ein Erlebnis für alle Sinne und Nerven.
Nouniouce war ein aufmerksamer Gesprächspartner. Wir redeten über Liebe, Beziehungen, auf Tisch nen Lapdance hinzulegen, Treue, Religion und Glaube sowie über den Sinn des ganzen Schwachsinns.
Und dann kam der Moment, an dem wir wieder rausgeführt wurden und uns zum ersten Mal im Licht von Aug zu Aug gegenüberstehen würden.
Überraschend und doch wie erwartet. Das Alter war wie vermutet, nur die Körpergröße hab ich mich größer vorgestellt. Kann aber auch daran gelegen haben, das ich Highheels trug.
Danach gingen wir noch in eine Kneipe um uns bei einem netten Weizen weitere Lebensgeschichten zu erzählen. Es war ein sehr spassiger Abend.
Wiederholenswert.
Auch der Besuch eines Dunkelrestaurant.
Doch das schönste kam danach. Etwas was mir mehr bedeutet hatte, als die Zusammenfassung, die Nouniouce in seinem Blogg veröffentlicht hat, seine Mail:
>>Hallo Elidea,
ich danke für den Abend. Du bist eine wirklich sehr interessante Frau, intelligent, witzig sehr direkt offen und ehrlich und sehr attraktiv. Ich danke Dir, dass Du Dich trotz Unwägbarkeiten auf mich eingelassen hast. Ich hoffe wir sehen uns mal wieder.
Bis dahin,
Liebe Grüße
Nouniouce<<
Ich danke dir, Nouniouce!