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Selbstmord

Neulich erhielt ich eine Kurznachricht: “Elidea, bitte melde dich. Es ist wichtig!”

Ein Freund mit dem ich im Grunde kaum Kontakt hab. Nicht, weil er mir egal wär! Sondern schlicht und ergreifen, weil wir in unterschiedlichen Welten leben.

Trotz allem hör ich ihm zu, wenn er meine Hilfe braucht. Also rief ich ihn an! Zunächst Smalltalk; wie geht es dir? BlaBla! Doch ich merkte gleich das was nicht stimmte. Er zögerte die ganze Zeit das hinaus weswegen er sich eigentlich bei mir gemeldet hatte. Ich dachte anfangs es ginge um seine Mutter, dass sie wieder krank wär oder ähnliches. Doch dann stellte er mir eine Frage:

“Wäre die Welt ohne mich nicht besser dran?”

Das war keine Frage eines Jünglings der sich bloß an der Philosophie probierte. Das war eines Mannes der es ernst meinte. Es war auch keine Frage eines Heranwachsenden, der die Welt und erst recht sich selbst vor lauter Hormonen nicht  mehr verstand. Nein, dass war eine Frage eines Mannes, der keinen anderen Ausweg mehr sah.

Ich brauchte erst nicht zu Fragen wieso? Ich wusste es! Auf seiner imaginären Pro und Contra stand auf der Contra-Seite lediglich seine Eltern. abgeschwächt noch mit einer Tatsache: “Sie haben ihr Leben schon gelebt!”

Nicht von der Hand zu weisen!

Wäre die Welt ohne mich nicht besser dran? Tatsache ist; der Welt ist es scheiß egal ob du lebst oder nicht!!! Sie dreht weiterhin ihre Runden, sorgt auch weiterhin für Frühling, Sommer Herbst und Winter, (und noch nicht mal in dieser Reihenfolge) wie sonst auch!

Genau das hab ich ihm auch gesagt. Zu dem Zeitpunkt lag er im Krankenhaus. Erster Herzinfarkt! Mit nicht mal 40! Da ist es nicht verwunderlich, wenn man sein Leben Revue passieren lässt. Und in seinem Fall auch nicht verwunderlich, wenn er verstärkt dabei an den Tod denkt.

Nun, wie hilft man einem gefährdeten Selbstmörder? In dem man ihm die Augen öffnet. Dabei mein ich nicht den Scheiß von wegen: “Hey das Leben ist doch super, blabla!”

Tatsachen müssen her: “Du hast scheiß Freunde! Um genau zu sein sind es nichts weiter als Saufkumpanen, oder hat dir je einer zugehört und dich ernst genommen? Zweitens ist dein Haus wunderschön, aber was bringt es dir, dort allein zu wohnen? Drittens, deine Arbeit, die du ja so heilig als einzigen Anker in diesem Leben hält, hat dir doch diesen Infarkt verpasst! Was willst du mit so menschenunfreundlichen Arschlöchern noch? Es geht nicht um die Frage: Sein oder nicht Sein! Sondern um die Frage, willst weiterhin so dahin vegetieren wie bisher oder zeigst du allen endlich den Mittelfinger und verlässt diese Stadt um wo anders neu anzufangen?! Was hast du denn zu verlieren?! Halbtod bist du sowieso!!!!”

Seit dem erreich ich ihn nicht mehr! Ich weiß nicht ob er erst darüber nachdenken muss, oder sich bereits entschieden hat oder vielleicht nen zweiten Infarkt hat. Denn klar ist in seiner derzeitigen Lage, wird das auch nicht lange auf sich warten lassen.

Doch das traurigste an der ganzen Sache ist, dass ich es nie erfahren werde! Sollte er gestorben sein, werd’ ich es nicht wissen. Unabhängig davon ob Selbstmord oder Infarkt! Niemand gibt es der mich informieren würde! Obwohl ich die letzte Person bin bei der er sich meldet, wenn er Probleme hat.

Noch schlimmer ist aber die Tatsache, dass alle seine sogenannten Freunde vor seinem Grab stehen würden und sich fragen würden wieso! Weil ihr nicht zugehört habt, ihr Arschlöcher!!!

Dghara -2-

Dghara knotete die zerrissenen Teile ihres Kleides mit zitternden Fingern zusammen. Als sie wieder aufblickte, befand sich Archaon Totenbringer bereits weit vom Lager entfernt, den Doppelhammer locker auf der Schulter liegend. Niederschmetternd blieb ihr Blick auf Jhems leblosen Körper hängen. Er bedeutete Ärger! Insbesondere, wenn dieser mit ihr in Verbindung gebracht werden konnte. Die Entschuldigung, der Norri wollte sie nicht töten, würde ihr weniger helfen, denn mehr zur Folter beitragen. Es ist lange her als sie das letzte Mal die Folterstrafe für ihr angeblich falsches Verhalten erhielt. Zu der Zeit befand sie sich auch bei einem anderen Herrn. Allerdings wusste sie, dass Rhogan, auch wenn er es bisher nicht in Erwägung gezogen hatte, die Folterstrafe würde auch er anwenden, sofern er der Meinung ist, diese sei die passende Strafe. Jhems Tod vor ihren Augen war ganz eindeutig eine Folterstrafe wert. Umso mehr ein Grund diese nicht herauf zu beschwören. Die Leiche musste verschwinden!

Mit zitternden Beinen und leichtem schmerzenden Ziehen in der Schulter stand Dghara auf. Sie blickte um sich, hielt Ausschau nach Zeugen dieser Auseinandersetzung. Allerdings sah sie niemanden und hörte nur das flatternde Zeltleder im Wind. Als sie genügend überzeugt war, dass sie niemand zu Folter mintnehmen wollte ging sie zu Jhems Leichnam und hob seine Beine an. Seine Unterschenkel zwischen Arm und Oberkörper gepresst, stellte sie fest, dass sie nicht wusste wohin mit der Leiche. Nach kurzem Zögern zog sie den immer noch schweren Körper zum Zelt ihres Herrn. Diese Aktion nahm mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Mehrmals rutschte Dghara auf dem Sand aus und musste den schweren Körper  erneut anheben um weiter zum Zelt zu gelangen. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte sie nun den Leichnam im Zelt verstaut, so dass auch die Tür wieder geschlossen werden konnte. Bevor sie jedoch diese schloss lief sie noch schnell zu Jhems Schwert um auch dieses vor unbedachten Blicken zu verstecken. Am Ende musste noch das Blut entfernt werden. Diese war die leichteste Übung. Der Sand in dieser Region hatte die Angewohnheit sich in Verbindung mit Flüssigkeiten in ein gebundenes Gebilde zu verwandeln. Somit ging sie zu der Blutlache hob diese mit dem verbundenen Sand an und schmiss es nach Nordwesten, dort wo die Steppe sie ausbreitete. Dghara war selbst überrascht wie weit das Gebilde flog, bis es noch in der Luft zerbröckelte und am Ende den Erdboden mit kleinen Blutsandkörnern zu bestreuen.

Die Leiche im Zelt ihres Herrn zu verstauen war lange keine dauerhafte Lösung. Sie musste eine bessere Lösung finden. Die besten Informationen bekam sie in der Lagermitte, dort wo die Frauen ihrem Tagesgeschäft nachgingen und der weise Mann die Ankunft der Männer verkündet. Dort konnte sie nicht nur in Erfahrung bringen, wo eine Leiche unauffällig gelagert werden könnte, sowie wie lange Zeit sie noch hätte, bis die Männer wieder im Lager eintrafen. Während sie eiligen Schrittes zur Lagermitte ging, fielen ihr Gespräche zwischen Rhogan und anderen Generälen ein. Darin erzählten wurde von einer Stätte erzählt an der alle Kriegsopfer gebracht werden. An einem solchen Ort würde ein toter Jhem mit eingeschlagenem Kopf nicht auffallen, und wenn doch, so würde man vermuten er sei im Kampf gefallen. Doch wo befand sich dieser?

Noch in Gedanken versunken traf Dghara vor der Lagermitte auf Rhuca, die Dienstälteste von Sharm, dem Kahn der Thangs. Ohne Umschweife stellte Dgahra ihr die Frage, die ihr am Herzen lag: „Rhuca, weißt du zufällig wohin die Kriegsleichen gebracht werden?“

„Ja“, antwortete Rhuca vorsichtig, „aber wozu willst du das jetzt wissen? Solltest du dich nicht auf die Ankunft deines Herrn vorbereiten; da sie auf dem Rückweg sind?“

Erst jetzt bemerkte Dghara ihren Fehler. Um einem Verhör zu entkommen, gab Dghara die bestmöglichste Antwort, die ihr auf die Schnelle einfiel: „Rhogan wird doch dahin gebracht, ich will mich nur noch verabschieden können!“ Ungläubig schaute Rhuca sie an. Statt sie weiter zu befragen gab Rhuca nur das bekannt, was Dgahra schon vermutete: „Aber Rhogan geht es gut. Er kehrt als Sieger zurück! Es gab dieses Mal so gut wie keine Gefallenen unter unseren Leuten.“

Dghara erbleichte trotzdem, denn das hieß. Rhogan wird als einer der ersten im Lager und damit in seinem Zelt sein. Rhuca gegenüber reagierte sie allerdings richtig, wie sie hoffte: „Das ist gut, ich hatte mich wohl verhört als der weise Mann Neues verkündete! Jetzt muss ich dringend zurück, das Zelt ist noch nicht vorbereitet.“

Dghara drehte sich auf dem Absatz und wollte wieder zum Zelt zurückeilen, als sie von Rhuca am Arm festgehalten wurde. „Ich komme mit dir und helfe!“ „Aber… musst du nicht … das Zelt für Sharm vorbereiten?!“ entgegnete Dghara verängstigt. Rhuca als Zeugin konnte sie nun wirklich nicht gebrauchen. Sie galt als Dienstälteste in Sharms Reich als gerechte und ehrliche Frau. Das bedeutete, dass sie selbst sich vor keiner Strafe bewahrt. Viele junge Frauen verehren sie als mutigste Frau und versuchen ihr nach zu eifern. Doch in Dgharas Situation bedeutete diese Tatsache nur noch mehr Ärger. Denn Dghara gab sich nicht der falschen Hoffnung hin, Rhuca hätte nicht gemerkt, mit welcher Angst Dghara heute im Lager ankam. „Ich habe die Mädchen schon heute Morgen angewiesen alles in Ordnung zu halten. Sharm wird mich, bis ich dir geholfen habe, nicht vermissen.“ „Gut!“ gab Dghara mit mehr Enthusiasmus wieder als ihr bewusst war. Schlecht! Ganz schlecht. Dghara war geliefert. Es gab kein Zurück mehr. Also eilte sie nun mit Rhuca an der Seite zum Zelt zurück und ihrem Tod entgegen.

Auf dem Weg dorthin bemerkte Dghara aus den Augenwinkeln, dass Rhuca sie mit Argwohn beobachtete. Das war Dghara allerdings egal. Sie stand kurz davor mit gerade mal 14 Sonnen, den Rhig Stire, dem Totenfahrer zu begegnen, da war Dghara nicht bereit irgendwelche Erklärungen von sich zu geben. Rhuca würde schon früh genug merken, was vor sich ging.

Am Platz vor Rhogans Zelt herrschte bereits reges Treiben. Acht Männer waren vor der offenen Tür des Zeltes versammelt. Zwei Männer hielten Rhogan fest der wilde Beschimpfungen rief. Der gemeinte dieser Beschinpfungen war Ihad, der wiederum Schuldzuweisungen von sich gab und von drei weiteren Männern festgehalten wurde. In der Mitte, direkt vor der Tür, stand ein Mann dessen Namen Dghara sich nicht mehr entsinnen konnte, und versuchte zu schlichten. „Nein! Oh, nein!“ Erschrocken blickte Dghara sich dieses Szenario an, als Rhogan ihrer bewusst wurde und sie mit rotglühenden Augen anblickte: „Du! Du mieses…“ Nun bemerkten auch alle anderen ihre Anwesenheit und bevor Rhogan seine richtigen Vermutungen los werden konnte, wurde er von der lauten Stimme des Jhad unterbrochen. „Wo bist du gewesen?“ fragte dieser nun an Dghara gewandt.

„Ich, ich …?!“ war alles was sie sagen konnte, während sie auf die Leiche starrte, die nun zu zwei Drittel im Eingang lag. Das Schwert auf der Brust der Leiche und Rhogans Hammer an der linken Tür des Zeltes gelehnt. Dghara wurde erst jetzt bewusst, dass auch Rhogan mit einem Hammer kämpfte, auch wenn es sich hierbei um keinen eindrucksvollen verzierten Doppelhammer handelte, wie Archaon es trug. Noch während Dghara versuchte sich zu entsinnen, was man von ihr wollte, antwortete Rhuca an ihrer statt. „Sie war mit mir auf dem Lagerplatz, bis der weise Mann eure Ankunft verkündete, eure Herrschaft!“

Schiffbruch

1000 Leben und kein Land in Sicht!

 

Schiffbruch

Dghara faltete gerade die Festkleidung ihres Herrn zusammen, als sie von draußen klirrende Geräusche vernahm. Schnell war klar, dass es sich um Kampfübungen handeln musste. Rhogan Dahn, ihr Herr, wollte vor seinen Zelten keine Kampfübungen der Noktorbai. Er wollte seine Ruhe, wenn er vom Schlachtfeld ausruhte. Deshalb baut er stets sein Zelt am Rande des Lagers auf. Es hätte auch sein können, dass die Norri die Noktorbai bereits soweit zurück gedrängt haben. Ganz auszuschließen sei es nicht, wenn man bedenkt wie sie stetig aus jeder Schlacht mit weniger Verlusten hervorkamen. Doch dafür war es definitiv zu ruhig. Anhand der abwechselnden Töne, die auf Angriff- und Parriergeräusche zurück zu führen sind, musste es sich um lediglich zwei Kämpfer handeln. Vermutlich die jungen Soldaten, die noch nicht ihre Großwerdung absolviert hatten. Nicht selten sah sie die jungen Anwärter, während die übrigen Männer auf dem Schlachtfeld waren, fleißig  im Lager üben. Doch jeder noch so junge Anwärter wusste, dass das Zelt des Rhogan Dahn zu meiden sei. Denn seiner Meinung nach hat eine jede Schlacht ihren Platz, sowie auch eine jede Kampfübung einen Platz haben sollte. Was bedeutete auf gar keinen Fall vor seinem Zelt. Somit legte Dghara den zusammengerollten Zeremoniengürtel beiseite und steuerte auf den Verschlag zu, um die jungen Anwärter darauf hinzuweisen, dass sie am falschen Platz üben. Man seie zwar im Krieg, aber das sei keine Entschuldigung den Generälen und ihrem Besitz gegenüber die Regeln zu missachten. Als Dghara den Verschlag öffnete wurde ihr sofort klar was sie an den Kampfübungsgeräuschen vermisst hatte. Bei Kampfübungen war man stets sehr gesprächig. Man forderte heraus, feuerte an oder verbesserte sich vielleicht auch noch gegenseitig. Hier wurde eisern gekämpft. Und zwar auf Leben und Tod. Jhem, der Sohn des Ihad, verteidigte das Lager allein gegen einen Norri.

Was macht ein Norri hier? Wieso ist nur Jhem zur Verteidigung da?

Diese Fragen gingen Dghara durch den Kopf, während sie Jhem dabei beobachtet, wie er mit seinem neuen Schwert, dass er erst kürzlich zu seiner Großwerdung von seinem Vater verliehen bekommen hat, sich gegen den fast zwei Köpfe größeren Norri behauptete. Der Norri schwang seinen Doppelhammer im großen Kreis und drängte Jhem immer mehr zurück. Die Hammerschwinge waren recht abgehackt, aber ließen keinen Zweifel daran, dass er wusste, wie er damit umzugehen habe. Jhem dagegen führte sein Schwert relativ unsicher, obwohl er sich länger als viele anderen Anwärter sich mit der Kriegkunst befasste. Scheinbar konnte Jhem sich noch nicht mit seinem Schwert und dessen Handhabung anfreunden. In einem unbedachten ließ er seine Brustdeckung außer Acht um einen tödlichen Schlag gegen den Hals des Norri zu führen. Blitzschnell änderte der Norri nun seine Taktik und beendete seine Schwingbewegung indem er ruckartig seinen Hammer gegen Jhems Brust stieß. Jhem strauchelte und lag bald auf dem Boden. Noch eher Jhem sein Schwert wieder ergreifen konnte, stand der Norri über ihm, um ihm den Kopf zu zerschmettern.

Dghara drehte sich in diesem Augenblick um und lief zur Anrichte auf dem ein kleines Messer lag. Es war lediglich für Näharbeiten gedacht, aber es war trotzallem eine scharfe Waffe. Sie griff danach und lief zurück zum Eingang des Zeltes. Als sie heraustrat war der Norri über Jhem geneigt, den blutigen Hammer rechts von sich auf dem (Hammer-)Kopf stehend. Ohne lang zu überlegen nahm Dghara Anlauf und sprang auf den Rücken des Norri. Gerade wollte sie ihm das kleine Messer in den Hals rammen und ihn dadurch wenn nicht töten, somit tödlich verwunden. Blitzschnell reagierend griff der Norri nach Dgharas bewaffneter Hand und schleuderte sie über seinen Kopf hinweg weit von sich. Dghara landete hart aus dem Sandboden, doch sie ignorierte die Schmerzen in der Schulter und griff erneut nach dem Messer. Aug zu Aug begegneten sie sich nun. Erneut nahm Dghara Anlauf. Sie hoffte bei ihm zu sein, noch bevor er nach seinem Hammer greifen konnte. Er allerdings lies seinen Hammer unberührt. Stattdessen hob er sein Bein und trat Dghara kräftig  in den Bauch. Erneut schein sie zu fliegen, landete diesmal nur nicht all so weit, wie vorhin. Diesmal konnte sie den Schmerz nicht ungeachtet lassen. Sie blieb liegen und hoffte, dass sie nicht auch gleich den Hammer auf den Kopf bekomme.  Stattdessen hörte sie den Norri sprechen. Obwohl nicht seine eigene Sprache, so sprach er akzentfrei: “Hör auf zu kämpfen, Frau, bevor ich dich, um mich zu verteidigen umbringe!” “Du hast Jhem kaltblütig ermordet, wieso solltest du mich am Leben lassen?” “Du bist eine Frau! Ob Feind oder nicht, Frauen sind kostbar und müssen mit Respekt behandelt werden! Ich habe, was ich brauchte, also lass mich ziehen und du bleibst unberührt!”

Dghara dachte noch nach, sie sie in ungestraft ziehen lassen sollte, als ihr ein kleines Detail  bewusst geworden ist, während sie auf seinem Rücken saß und dabei seine Haut berührte. Er war kalt, so kalt, wie man es nur von den Sazirys erzählt bekommt. Selbst die toten Norri, die auf dem Schlachtfeld nach wertvollen Gegenständen abgesucht werden, strahlten mehr körperliche Restwärme aus, als dieser lebende Norri vor ihr. Beim betrachten seines Gesichtes mit dem langen dunklen Bart, und den eingeflochtenen Metallperlen, wurde ihr bewusst, dass es sich um einen ganz bestimmten Norri handelte.

“Du bist Archaon, der Totenbringer!”

“Ja, der bin ich!”

“Du bist ein Norri!”

“Du bist eine Noktorbai, aber das wussten wir doch schon!” entgegnete er spitz.

“Du bist kalt!” äußerte Dghara kleinlaut und mit Unglauben in den Augen.

“Du bist heiß, und dass obwohl dein Herz nicht mehr all so stark glüht.”

Erschrocken blickte Dghara an sich herab und entdeckte, dass ihr Kleid bei der Auseinandersetzung gerissen ist und ein Teil ihrer Brust entblöste. Dabei war auch die Herzgegend sichtbar und zeigte ein glatte dunkle Haut ohne rötlichem Leuchten, dass die Noktorbai von den anderen Völkern zusätzlich unterscheidet. Noch während sie  versuchte ihre Blöße zu bedecken drehte Archaon sich um und ging seiner Wege.

64Erdbeer Twister

Part One

Part two

Nun, ich weiß schon ihr habt in letzter Zeit nicht viel von mir zu lesen bekommen, aber das folgt. Die ersten Passagen von den epischen Weiten sind voran geschritten und einiges mehr wartet auf mich, worüber ich bestimmt noch berichten werde. Eigentlich sollte man es mittlerweile gewohnt sein, dass klein Elidea um die Zeit zwischen Januar und März in der Versenkung verschwindet. Dies liegt darin begründet, dass da meine Klausurphase ist und ich mich (in Erdenbärs Worten) in ein 24/7-Lernmonster verwandele. Eigentlich verwandele ich mich nur in ein 24/7-Motivationssuchmonster, aber das ist ne andere Geschichte. Die Klausuren sind vorbei und hier möchte ich ja über was anderes berichten.

So kam es, dass  man sich als Termin den Tag der letzten Klausur für die erste 64Erdbeer-Twisterparty ausgesucht hatte. Was hatte sich dabei zugetragen? Das Übliche, mein ich zu sagen. Und doch…

Rückblickend war es genau die Party die ich brauchte. Ich gehöre nicht mehr zu den fast ins Koma saufenden Personen, nur weil es etwas zu feiern gibt, wie das Ende der Klausurphase. Stopp! Ich gehörte glücklicherweise noch nie dazu.

Für mich hat die Twisterparty damit angefangen, dass ich nach der letzten Klausur nach Hause ging, mich unter die Dusche stellte, meine Intimfrisur herrichtete und ähnliches, was man so unter der Dusche tut. Danach gings um die Kopffrisur, wobei ich glaube, dass sie eh keine große Rolle gespielt hatte. Letztendlich ging es nun um die Zusammenstellung des Outfits. Es musste warm genug und trotzdem noch relativ erotisch sein. Bei diesen eisigen Graden im MÄRZ ein schweres Unterfangen.

Und bevor ich mich in Details verfange, die ihr gar nicht wissen wollt spulen wir mal einfach vor bis zu dem Punkt, wo Erdbeertal und ich vor der Tür standen und auf 64 warteten, während der Erdenbär noch seine Sucht befriedigte. Als die Tür auf ging und 64 in der Tür auftauchte, war mein erster Gedanke: “Verdammt ist das lange her, dass ich ihn (das letzte und erste Mal) gesehen hatte .  Irgendwie hatte ich ihn ganz anders in Erinnerung.” (Erinnert mich nun wieder daran, dass ich nach meinem letzten Urlaub mein Mädchen auch nicht wiedererkannte und erstmal Zeit brauchte mich wieder an ihn zu gewöhnen)

Doch das Eis brach schnell mit einer netten Begrüßung und damit, dass klein Elidea ihm kurzer Hand ihre Tasche in die Hände drückte mit den Worten: “So, das kannst du nun übernehmen.” Darin enthalten waren so essentielle Dinge wie Cola, Ananassaft und Rum. ;)

Oben angekommen wurde zunächst das Wohnzimmer erkundschaftet und von mir der beste Sitzplatz in Beschlag genommen. Im Endeffekt hatte es sehr lange gedauert, bis das Twistern richtig losging, aber genau das war glaub ich wichtig. Der ganze Stress von den Wochen zuvor musste erstmal sacken bzw. in Form von Worten Luft gemacht werden. Es war angenehm mit netten Leuten zusammen zu sitzen, an leckeren Speisen sich gütlich zu machen und über Gott und die unverschämte Welt zu debattieren.

Währenddessen fing ich langsam an mich meiner Kleidungsschichten zu entledigen und mich lasziv auf dem Sofa auszustrecken. Dabei leckeren von Erdenbär gemixten Cocktail in der Hand. Schnell wurde auch Erdbeertal zum Ausziehen aufgefordert, was sie sich nicht zweimal sagen ließ. (wohl eher dreimal. ;) )

Irgendwann wurde der Couchtisch zur Seite geschoben und das Twisterlacken ausgebreitet. Nachdem die Männer das letzte verhüllte Haut der Frauen entblößten  waren die Frauen gefordert die Männer nun zu entkleiden. Irgendwie mag ich es Männer zu entkleiden. Meiner Meinung nach ist das viel erotischer, als wenn der Mann stript. Ja, so vor dem Mann stehen ihm den Gürtel zu öffnen, seine Hose runter zu ziehen und ihm dabei in die Augen schauen, wenn man mit der Hose runter geht, hat einen ganz besonderen Reiz auf mich.

Dann standen wir da, in unseren Adam und Evakostümen. Jeder auf zwei bunten Flecken und der erste Dreh begann. Linke Hand auf Grün! Rechter Fuss auf Blau und dabei Jodeln! Rechte Hand in die Luft und den Hintern eines anderen berühren! Bis der erste fällt…

Es war ein ausgelassenes Treiben, mit viel Gelächter und einigen unterdrückten Schmerzensschreien. ;)

Das negative an diesem Abend: Meine verschnupfte Nase. Während des Spiels war sie nicht ganz so störend, doch als wir alle vier im Bett landeten war es nicht mehr so angenehm für mich und ich denke auch nicht für die anderen, so dass ich mich allein ins Wohnzimmer verdrückte. Aber die Nase bzw. die Erkältung störte mich auch schon vorher, denn als wir mit dem Twistern aufhörten begann Erdenbär in seinem Spielkoffer zu kramen um ein Seilstück hervor zu zaubern. Er knotete mich ein, was ich eigentlich sehr mag, doch in diesem Augenblick konnte ich mich nicht auf die Fesselung, auf das Streifen der Seile meiner Haut konzentrieren. Ich wollte nur noch weg.

Auch, wenn der Schnuppen mir den letzten Teil des Abends nicht gegönnt hatte, so kann ich nicht sagen, ob ich ohne Schnuppen auch wirklich weiter gegangen wäre. Noch bin ich mir meiner eigenen Gefühle, über diese offene Beziehung, die ich nun hab, nicht sicher. Es ist nicht die Offenheit der Beziehung die mich verunsichert, sondern was ich möchte, ist mir irgendwie unklar.

Ich hatte Freiheit erlebt. Ich weiß was Eingesperrt sein bedeutet. Ich weiß, dass ich nicht eifersüchtig bin. Aber ich weiß nicht, wie weit ich selbst bereit bin zu gehen, so dass ich auch mit mir selbst damit im Reinen bleibe.

Wie dem auch sei, die drei im Bett Verbliebenen hatten sichtlich (eher hörtlich) ihren Spass auch ohne mich. Und ich war auch ganz allein auf Höchstgrade gekommen. Ich brannte in dieser Nacht. Was wohl einem Fieberschub zu gesprochen werden kann. Das schönste am nächsten Tag war nicht nur das Frühstück mit dem super lecker gemachten Latte Macchiatto, sondern die liebevolle Fürsorge von Erdbeertal und Erdenbär, die mich mit selbst gemachter Hühnersuppe aufpäppelten.

Ich twister gern wieder, doch dann bitte ohne Krankheitserreger. ;-)

Damit gebe ich ab an diejenige, deren Idee uns erst alle an diesem Tag zusammen gebracht hatte. Erdbeertal, your turn!