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Satz zum Jahr 2014

Anhängsel, sind wie Schmuck, ohne sieht man gut aus, mit auch nicht schlecht. 

Selbstmord

Neulich erhielt ich eine Kurznachricht: “Elidea, bitte melde dich. Es ist wichtig!”

Ein Freund mit dem ich im Grunde kaum Kontakt hab. Nicht, weil er mir egal wär! Sondern schlicht und ergreifen, weil wir in unterschiedlichen Welten leben.

Trotz allem hör ich ihm zu, wenn er meine Hilfe braucht. Also rief ich ihn an! Zunächst Smalltalk; wie geht es dir? BlaBla! Doch ich merkte gleich das was nicht stimmte. Er zögerte die ganze Zeit das hinaus weswegen er sich eigentlich bei mir gemeldet hatte. Ich dachte anfangs es ginge um seine Mutter, dass sie wieder krank wär oder ähnliches. Doch dann stellte er mir eine Frage:

“Wäre die Welt ohne mich nicht besser dran?”

Das war keine Frage eines Jünglings der sich bloß an der Philosophie probierte. Das war eines Mannes der es ernst meinte. Es war auch keine Frage eines Heranwachsenden, der die Welt und erst recht sich selbst vor lauter Hormonen nicht  mehr verstand. Nein, dass war eine Frage eines Mannes, der keinen anderen Ausweg mehr sah.

Ich brauchte erst nicht zu Fragen wieso? Ich wusste es! Auf seiner imaginären Pro und Contra stand auf der Contra-Seite lediglich seine Eltern. abgeschwächt noch mit einer Tatsache: “Sie haben ihr Leben schon gelebt!”

Nicht von der Hand zu weisen!

Wäre die Welt ohne mich nicht besser dran? Tatsache ist; der Welt ist es scheiß egal ob du lebst oder nicht!!! Sie dreht weiterhin ihre Runden, sorgt auch weiterhin für Frühling, Sommer Herbst und Winter, (und noch nicht mal in dieser Reihenfolge) wie sonst auch!

Genau das hab ich ihm auch gesagt. Zu dem Zeitpunkt lag er im Krankenhaus. Erster Herzinfarkt! Mit nicht mal 40! Da ist es nicht verwunderlich, wenn man sein Leben Revue passieren lässt. Und in seinem Fall auch nicht verwunderlich, wenn er verstärkt dabei an den Tod denkt.

Nun, wie hilft man einem gefährdeten Selbstmörder? In dem man ihm die Augen öffnet. Dabei mein ich nicht den Scheiß von wegen: “Hey das Leben ist doch super, blabla!”

Tatsachen müssen her: “Du hast scheiß Freunde! Um genau zu sein sind es nichts weiter als Saufkumpanen, oder hat dir je einer zugehört und dich ernst genommen? Zweitens ist dein Haus wunderschön, aber was bringt es dir, dort allein zu wohnen? Drittens, deine Arbeit, die du ja so heilig als einzigen Anker in diesem Leben hält, hat dir doch diesen Infarkt verpasst! Was willst du mit so menschenunfreundlichen Arschlöchern noch? Es geht nicht um die Frage: Sein oder nicht Sein! Sondern um die Frage, willst weiterhin so dahin vegetieren wie bisher oder zeigst du allen endlich den Mittelfinger und verlässt diese Stadt um wo anders neu anzufangen?! Was hast du denn zu verlieren?! Halbtod bist du sowieso!!!!”

Seit dem erreich ich ihn nicht mehr! Ich weiß nicht ob er erst darüber nachdenken muss, oder sich bereits entschieden hat oder vielleicht nen zweiten Infarkt hat. Denn klar ist in seiner derzeitigen Lage, wird das auch nicht lange auf sich warten lassen.

Doch das traurigste an der ganzen Sache ist, dass ich es nie erfahren werde! Sollte er gestorben sein, werd’ ich es nicht wissen. Unabhängig davon ob Selbstmord oder Infarkt! Niemand gibt es der mich informieren würde! Obwohl ich die letzte Person bin bei der er sich meldet, wenn er Probleme hat.

Noch schlimmer ist aber die Tatsache, dass alle seine sogenannten Freunde vor seinem Grab stehen würden und sich fragen würden wieso! Weil ihr nicht zugehört habt, ihr Arschlöcher!!!

Dghara -2-

Dghara knotete die zerrissenen Teile ihres Kleides mit zitternden Fingern zusammen. Als sie wieder aufblickte, befand sich Archaon Totenbringer bereits weit vom Lager entfernt, den Doppelhammer locker auf der Schulter liegend. Niederschmetternd blieb ihr Blick auf Jhems leblosen Körper hängen. Er bedeutete Ärger! Insbesondere, wenn dieser mit ihr in Verbindung gebracht werden konnte. Die Entschuldigung, der Norri wollte sie nicht töten, würde ihr weniger helfen, denn mehr zur Folter beitragen. Es ist lange her als sie das letzte Mal die Folterstrafe für ihr angeblich falsches Verhalten erhielt. Zu der Zeit befand sie sich auch bei einem anderen Herrn. Allerdings wusste sie, dass Rhogan, auch wenn er es bisher nicht in Erwägung gezogen hatte, die Folterstrafe würde auch er anwenden, sofern er der Meinung ist, diese sei die passende Strafe. Jhems Tod vor ihren Augen war ganz eindeutig eine Folterstrafe wert. Umso mehr ein Grund diese nicht herauf zu beschwören. Die Leiche musste verschwinden!

Mit zitternden Beinen und leichtem schmerzenden Ziehen in der Schulter stand Dghara auf. Sie blickte um sich, hielt Ausschau nach Zeugen dieser Auseinandersetzung. Allerdings sah sie niemanden und hörte nur das flatternde Zeltleder im Wind. Als sie genügend überzeugt war, dass sie niemand zu Folter mintnehmen wollte ging sie zu Jhems Leichnam und hob seine Beine an. Seine Unterschenkel zwischen Arm und Oberkörper gepresst, stellte sie fest, dass sie nicht wusste wohin mit der Leiche. Nach kurzem Zögern zog sie den immer noch schweren Körper zum Zelt ihres Herrn. Diese Aktion nahm mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Mehrmals rutschte Dghara auf dem Sand aus und musste den schweren Körper  erneut anheben um weiter zum Zelt zu gelangen. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte sie nun den Leichnam im Zelt verstaut, so dass auch die Tür wieder geschlossen werden konnte. Bevor sie jedoch diese schloss lief sie noch schnell zu Jhems Schwert um auch dieses vor unbedachten Blicken zu verstecken. Am Ende musste noch das Blut entfernt werden. Diese war die leichteste Übung. Der Sand in dieser Region hatte die Angewohnheit sich in Verbindung mit Flüssigkeiten in ein gebundenes Gebilde zu verwandeln. Somit ging sie zu der Blutlache hob diese mit dem verbundenen Sand an und schmiss es nach Nordwesten, dort wo die Steppe sie ausbreitete. Dghara war selbst überrascht wie weit das Gebilde flog, bis es noch in der Luft zerbröckelte und am Ende den Erdboden mit kleinen Blutsandkörnern zu bestreuen.

Die Leiche im Zelt ihres Herrn zu verstauen war lange keine dauerhafte Lösung. Sie musste eine bessere Lösung finden. Die besten Informationen bekam sie in der Lagermitte, dort wo die Frauen ihrem Tagesgeschäft nachgingen und der weise Mann die Ankunft der Männer verkündet. Dort konnte sie nicht nur in Erfahrung bringen, wo eine Leiche unauffällig gelagert werden könnte, sowie wie lange Zeit sie noch hätte, bis die Männer wieder im Lager eintrafen. Während sie eiligen Schrittes zur Lagermitte ging, fielen ihr Gespräche zwischen Rhogan und anderen Generälen ein. Darin erzählten wurde von einer Stätte erzählt an der alle Kriegsopfer gebracht werden. An einem solchen Ort würde ein toter Jhem mit eingeschlagenem Kopf nicht auffallen, und wenn doch, so würde man vermuten er sei im Kampf gefallen. Doch wo befand sich dieser?

Noch in Gedanken versunken traf Dghara vor der Lagermitte auf Rhuca, die Dienstälteste von Sharm, dem Kahn der Thangs. Ohne Umschweife stellte Dgahra ihr die Frage, die ihr am Herzen lag: „Rhuca, weißt du zufällig wohin die Kriegsleichen gebracht werden?“

„Ja“, antwortete Rhuca vorsichtig, „aber wozu willst du das jetzt wissen? Solltest du dich nicht auf die Ankunft deines Herrn vorbereiten; da sie auf dem Rückweg sind?“

Erst jetzt bemerkte Dghara ihren Fehler. Um einem Verhör zu entkommen, gab Dghara die bestmöglichste Antwort, die ihr auf die Schnelle einfiel: „Rhogan wird doch dahin gebracht, ich will mich nur noch verabschieden können!“ Ungläubig schaute Rhuca sie an. Statt sie weiter zu befragen gab Rhuca nur das bekannt, was Dgahra schon vermutete: „Aber Rhogan geht es gut. Er kehrt als Sieger zurück! Es gab dieses Mal so gut wie keine Gefallenen unter unseren Leuten.“

Dghara erbleichte trotzdem, denn das hieß. Rhogan wird als einer der ersten im Lager und damit in seinem Zelt sein. Rhuca gegenüber reagierte sie allerdings richtig, wie sie hoffte: „Das ist gut, ich hatte mich wohl verhört als der weise Mann Neues verkündete! Jetzt muss ich dringend zurück, das Zelt ist noch nicht vorbereitet.“

Dghara drehte sich auf dem Absatz und wollte wieder zum Zelt zurückeilen, als sie von Rhuca am Arm festgehalten wurde. „Ich komme mit dir und helfe!“ „Aber… musst du nicht … das Zelt für Sharm vorbereiten?!“ entgegnete Dghara verängstigt. Rhuca als Zeugin konnte sie nun wirklich nicht gebrauchen. Sie galt als Dienstälteste in Sharms Reich als gerechte und ehrliche Frau. Das bedeutete, dass sie selbst sich vor keiner Strafe bewahrt. Viele junge Frauen verehren sie als mutigste Frau und versuchen ihr nach zu eifern. Doch in Dgharas Situation bedeutete diese Tatsache nur noch mehr Ärger. Denn Dghara gab sich nicht der falschen Hoffnung hin, Rhuca hätte nicht gemerkt, mit welcher Angst Dghara heute im Lager ankam. „Ich habe die Mädchen schon heute Morgen angewiesen alles in Ordnung zu halten. Sharm wird mich, bis ich dir geholfen habe, nicht vermissen.“ „Gut!“ gab Dghara mit mehr Enthusiasmus wieder als ihr bewusst war. Schlecht! Ganz schlecht. Dghara war geliefert. Es gab kein Zurück mehr. Also eilte sie nun mit Rhuca an der Seite zum Zelt zurück und ihrem Tod entgegen.

Auf dem Weg dorthin bemerkte Dghara aus den Augenwinkeln, dass Rhuca sie mit Argwohn beobachtete. Das war Dghara allerdings egal. Sie stand kurz davor mit gerade mal 14 Sonnen, den Rhig Stire, dem Totenfahrer zu begegnen, da war Dghara nicht bereit irgendwelche Erklärungen von sich zu geben. Rhuca würde schon früh genug merken, was vor sich ging.

Am Platz vor Rhogans Zelt herrschte bereits reges Treiben. Acht Männer waren vor der offenen Tür des Zeltes versammelt. Zwei Männer hielten Rhogan fest der wilde Beschimpfungen rief. Der gemeinte dieser Beschinpfungen war Ihad, der wiederum Schuldzuweisungen von sich gab und von drei weiteren Männern festgehalten wurde. In der Mitte, direkt vor der Tür, stand ein Mann dessen Namen Dghara sich nicht mehr entsinnen konnte, und versuchte zu schlichten. „Nein! Oh, nein!“ Erschrocken blickte Dghara sich dieses Szenario an, als Rhogan ihrer bewusst wurde und sie mit rotglühenden Augen anblickte: „Du! Du mieses…“ Nun bemerkten auch alle anderen ihre Anwesenheit und bevor Rhogan seine richtigen Vermutungen los werden konnte, wurde er von der lauten Stimme des Jhad unterbrochen. „Wo bist du gewesen?“ fragte dieser nun an Dghara gewandt.

„Ich, ich …?!“ war alles was sie sagen konnte, während sie auf die Leiche starrte, die nun zu zwei Drittel im Eingang lag. Das Schwert auf der Brust der Leiche und Rhogans Hammer an der linken Tür des Zeltes gelehnt. Dghara wurde erst jetzt bewusst, dass auch Rhogan mit einem Hammer kämpfte, auch wenn es sich hierbei um keinen eindrucksvollen verzierten Doppelhammer handelte, wie Archaon es trug. Noch während Dghara versuchte sich zu entsinnen, was man von ihr wollte, antwortete Rhuca an ihrer statt. „Sie war mit mir auf dem Lagerplatz, bis der weise Mann eure Ankunft verkündete, eure Herrschaft!“

Schiffbruch

1000 Leben und kein Land in Sicht!

 

Schiffbruch

Dghara, -1-

Dghara faltete gerade die Festkleidung ihres Herrn zusammen, als sie von draußen klirrende Geräusche vernahm. Schnell war klar, dass es sich um Kampfübungen handeln musste. Rhogan Dahn, ihr Herr, wollte vor seinen Zelten keine Kampfübungen der Noktorbai. Er wollte seine Ruhe, wenn er vom Schlachtfeld ausruhte. Deshalb baut er stets sein Zelt am Rande des Lagers auf. Es hätte auch sein können, dass die Norri die Noktorbai bereits soweit zurück gedrängt haben. Ganz auszuschließen sei es nicht, wenn man bedenkt wie sie stetig aus jeder Schlacht mit weniger Verlusten hervorkamen. Doch dafür war es definitiv zu ruhig. Anhand der abwechselnden Töne, die auf Angriff- und Parriergeräusche zurück zu führen sind, musste es sich um lediglich zwei Kämpfer handeln. Vermutlich die jungen Soldaten, die noch nicht ihre Großwerdung absolviert hatten. Nicht selten sah sie die jungen Anwärter, während die übrigen Männer auf dem Schlachtfeld waren, fleißig  im Lager üben. Doch jeder noch so junge Anwärter wusste, dass das Zelt des Rhogan Dahn zu meiden sei. Denn seiner Meinung nach hat eine jede Schlacht ihren Platz, sowie auch eine jede Kampfübung einen Platz haben sollte. Was bedeutete auf gar keinen Fall vor seinem Zelt. Somit legte Dghara den zusammengerollten Zeremoniengürtel beiseite und steuerte auf den Verschlag zu, um die jungen Anwärter darauf hinzuweisen, dass sie am falschen Platz üben. Man seie zwar im Krieg, aber das sei keine Entschuldigung den Generälen und ihrem Besitz gegenüber die Regeln zu missachten. Als Dghara den Verschlag öffnete wurde ihr sofort klar was sie an den Kampfübungsgeräuschen vermisst hatte. Bei Kampfübungen war man stets sehr gesprächig. Man forderte heraus, feuerte an oder verbesserte sich vielleicht auch noch gegenseitig. Hier wurde eisern gekämpft. Und zwar auf Leben und Tod. Jhem, der Sohn des Ihad, verteidigte das Lager allein gegen einen Norri.

Was macht ein Norri hier? Wieso ist nur Jhem zur Verteidigung da?

Diese Fragen gingen Dghara durch den Kopf, während sie Jhem dabei beobachtet, wie er mit seinem neuen Schwert, dass er erst kürzlich zu seiner Großwerdung von seinem Vater verliehen bekommen hat, sich gegen den fast zwei Köpfe größeren Norri behauptete. Der Norri schwang seinen Doppelhammer im großen Kreis und drängte Jhem immer mehr zurück. Die Hammerschwinge waren recht abgehackt, aber ließen keinen Zweifel daran, dass er wusste, wie er damit umzugehen habe. Jhem dagegen führte sein Schwert relativ unsicher, obwohl er sich länger als viele anderen Anwärter sich mit der Kriegkunst befasste. Scheinbar konnte Jhem sich noch nicht mit seinem Schwert und dessen Handhabung anfreunden. In einem unbedachten ließ er seine Brustdeckung außer Acht um einen tödlichen Schlag gegen den Hals des Norri zu führen. Blitzschnell änderte der Norri nun seine Taktik und beendete seine Schwingbewegung indem er ruckartig seinen Hammer gegen Jhems Brust stieß. Jhem strauchelte und lag bald auf dem Boden. Noch eher Jhem sein Schwert wieder ergreifen konnte, stand der Norri über ihm, um ihm den Kopf zu zerschmettern.

Dghara drehte sich in diesem Augenblick um und lief zur Anrichte auf dem ein kleines Messer lag. Es war lediglich für Näharbeiten gedacht, aber es war trotzallem eine scharfe Waffe. Sie griff danach und lief zurück zum Eingang des Zeltes. Als sie heraustrat war der Norri über Jhem geneigt, den blutigen Hammer rechts von sich auf dem (Hammer-)Kopf stehend. Ohne lang zu überlegen nahm Dghara Anlauf und sprang auf den Rücken des Norri. Gerade wollte sie ihm das kleine Messer in den Hals rammen und ihn dadurch wenn nicht töten, somit tödlich verwunden. Blitzschnell reagierend griff der Norri nach Dgharas bewaffneter Hand und schleuderte sie über seinen Kopf hinweg weit von sich. Dghara landete hart aus dem Sandboden, doch sie ignorierte die Schmerzen in der Schulter und griff erneut nach dem Messer. Aug zu Aug begegneten sie sich nun. Erneut nahm Dghara Anlauf. Sie hoffte bei ihm zu sein, noch bevor er nach seinem Hammer greifen konnte. Er allerdings lies seinen Hammer unberührt. Stattdessen hob er sein Bein und trat Dghara kräftig  in den Bauch. Erneut schein sie zu fliegen, landete diesmal nur nicht all so weit, wie vorhin. Diesmal konnte sie den Schmerz nicht ungeachtet lassen. Sie blieb liegen und hoffte, dass sie nicht auch gleich den Hammer auf den Kopf bekomme.  Stattdessen hörte sie den Norri sprechen. Obwohl nicht seine eigene Sprache, so sprach er akzentfrei: “Hör auf zu kämpfen, Frau, bevor ich dich, um mich zu verteidigen umbringe!” “Du hast Jhem kaltblütig ermordet, wieso solltest du mich am Leben lassen?” “Du bist eine Frau! Ob Feind oder nicht, Frauen sind kostbar und müssen mit Respekt behandelt werden! Ich habe, was ich brauchte, also lass mich ziehen und du bleibst unberührt!”

Dghara dachte noch nach, sie sie in ungestraft ziehen lassen sollte, als ihr ein kleines Detail  bewusst geworden ist, während sie auf seinem Rücken saß und dabei seine Haut berührte. Er war kalt, so kalt, wie man es nur von den Sazirys erzählt bekommt. Selbst die toten Norri, die auf dem Schlachtfeld nach wertvollen Gegenständen abgesucht werden, strahlten mehr körperliche Restwärme aus, als dieser lebende Norri vor ihr. Beim betrachten seines Gesichtes mit dem langen dunklen Bart, und den eingeflochtenen Metallperlen, wurde ihr bewusst, dass es sich um einen ganz bestimmten Norri handelte.

“Du bist Archaon, der Totenbringer!”

“Ja, der bin ich!”

“Du bist ein Norri!”

“Du bist eine Noktorbai, aber das wussten wir doch schon!” entgegnete er spitz.

“Du bist kalt!” äußerte Dghara kleinlaut und mit Unglauben in den Augen.

“Du bist heiß, und dass obwohl dein Herz nicht mehr all so stark glüht.”

Erschrocken blickte Dghara an sich herab und entdeckte, dass ihr Kleid bei der Auseinandersetzung gerissen ist und ein Teil ihrer Brust entblöste. Dabei war auch die Herzgegend sichtbar und zeigte ein glatte dunkle Haut ohne rötlichem Leuchten, dass die Noktorbai von den anderen Völkern zusätzlich unterscheidet. Noch während sie  versuchte ihre Blöße zu bedecken drehte Archaon sich um und ging seiner Wege.